Ach mensch, wie habe ich sie vermisst, meine Mama. Bis zum Schluss konnte ich es nicht glauben, dass sie wirklich in Sydney landen wird und ich sie wirklich hier, wo ich doch sooo weit weg bin, sehen kann. Freude, Freude, Freude!
In den nächsten 3 Wochen hatten wir vier, Mama, Tommy, Ruben und ich, auf jeden Fall eine Menge Spaß. Schon in der ersten Nacht in Doppelstockbetten zu viert im Hostelzimmer kam ein bisschen Ferienlageratmosphäre auf. Aber was solls, das was man an der Unterkunft spart, kann man in tolle Ausflüge stecken.
Sydney hat sich für Mama und Tommy gleich von der schönsten Seite
gezeigt mit strahlenden Sonnenschein und 28 Grad. Da war der Sonnenbrand quasi vorprogrammiert, nach einer halbtägigen Wanderung entlang auf den Felsen am Meer. Auch die Oper, der botanische Garten mit seinen zahlreichen Fledermäusen und die Harbour Bridge haben sich bei diesem Wetter im besten Fotolicht gezeigt.
Gleich nach 2 schönen Sightseeing Tagen gings allerdings in den Bus. Die geplanten 3000 km sind ja schließlich auch kein Pappenstiel. Von daher blieb die ein oder andere 12 stündige über Nacht Busfahrt nicht aus. Sicher kein Vergnügen, aber wa sein muss…
Erstes Ziel auf der Liste war Byron Bay. Nettes Strandörtchen mit einem tollen leeren Strand und einer Menge typisch australischen Surfern. Auch hier stand wandern ganz groß auf dem Plan, wieder schön mit Meerblick und so.
Dann kam der erste gebuchte Ausflug. Im Flyer hat sich das alles ganz idyllisch angehört von wegen Delfine im Meer beobachten vom Kajak aus. Praktisch wurden wir im strömenden Regen abgeholt und begrüßt mit den Worten:“Bereit für ein Abenteuer?“ Das hat sich auf einmal nicht mehr ganz so entspannt angehört. Von romantischen Paddeltrip konnte wirklich keine Rede sein, denn im strömenden Regen im 2Mann Kajak mitten im Meer mit Riesenwellen war harte Arbeit und eher weniger spaßig. Man war nur damit beschäftigt, dieses Kajak gerade zu halten, damit die Welle es nicht umschupst. Das ist den einem besser, dem anderen eher nicht so gelungen
Eins von den Highlights unseres Ostküstentrips von Sydney nach Cairns, war auf jeden Fall Fraser Island. Die größte Sandinsel der Welt glänzt allerdings nicht nur mit Sa
nd, sondern auch mit Regenwald, der auf Sandboden wächst und mit glasklar blauen Seen. Es gibt sogar eingetragene Straßen, wie ihr auf dem Foto sehen könnt. Wie ihr seht nur Strand? Ja, das ist die Straße auf der es sogar Geschwindigkeitsbegrenzung und Blitzer gibt! Hier kommt man allerdings nur mit Allradantrieb voran.
Unsere geführte drei Tagestour war echt toll mit Dingos, Dschungel, Sanddünen, baden und sogar einen Delfin haben wir ganz nah am Strand gesehen. Leider war der, na sagen wir mal, nicht mehr ganz so lebendig.


Leider wurde das 2. große Highlight unser Tour abgeblasen. Ha, ha, was für ein Wortspiel, denn unser 3 tägiger Segeltrip wurde storniert, weil ein Cyclon die Küste bedroht hat. Und tatsächlich ist er auch auf unserem eigentlich geplanten Segelziel aufgetroffen. Das hat nicht nur unsere Reiseplanung ganz schön durcheinander gebracht, sondern leider auch hässlichen Regen in die 2. Hälfte unserer Reise gebracht. Schließlich können wir aber doch froh sein, dass wir nicht auf dem Boot waren, denn das hätte bei 8m hohen Wellen und Windgeschwindigkeiten von 200km/h wohl eher keine Freude gemacht.
In Cairns haben wir dann das Boot fahren bei hohen Wellen aber nochmal nachgeholt, denn Mama wollte ja verständlicherweise nochmal in Great Barrier Reef schnorcheln. Also
zugegebenermaßen war das Boot fahren an sich eher mäßig lustig, besonders für die mindestens 50 Prozent der Menschen, die sich dauerhaft an Bord übergeben mussten. Gut, dass wir resistente Mägen hatten. So konnten wir die außergewöhnlich bunten Korallen und Fische noch in vollen Zügen genießen. Ich hatte das Glück beim Tauchen sogar Schildkröten, einen Hai und einen Rochen mit einer Spanne von ca. 2m zu sehen. Der Wahnsinn!!!
Unser Trip in den tropischen Regenwald von Kuranda mit dem Zug war von Anfang an eine gelungene Sache. Warum auch immer, hat uns das Reisebüro in die sogenannte „gold class“ des Zuges gebucht. Es war auf jeden Fall eine nette Überraschung, als wir dann insgesamt zu 6. in einem ganzen Zugabteil in Sesseln saßen und die nette Dame uns die Getränkeliste vorstellte mit dem Hinweis, dass alles inklusive ist. Man musste sich die vorbei ziehende Landschaft zwar nicht schön trinken, aber hallo, alles inklusive…!! Die 1,2,3, Sektchen zusammen mit den heißen Croissants haben uns den Tag auf jeden Fall noch nachhaltig versüßt. Da gab es doch den einen oder anderen unter uns, der sich die Rückfahrt genauso gewünscht hätte. Mit einer Gondelbahn über das tropische Blätterdach hinweg zu fahren, war allerdings auch eine echte Alternative.
Ich könnte euch noch viel mehr erzählen, z.b von Krabben überfüllten Stränden, der besten und der schlechtesten Hostelunterkunft die wir je hatten, von sehr einsamen Inseln mit riesen Seesternen, bissigen Krokos, wilden Rodeobullen und kuschligen Koalas … aber das würde doch etwas den Rahmen sprengen.
Auf jeden Fall wollte ich meine Mama gar nicht mehr gehen lassen und wurde zum Abschied erstmal von einer großen Heimwehwelle überrollt.